Zweite Werkstatt: Profile wurden geschärft

Im Rahmen der ersten Werkstatt im Juni 2017 sind bereits der Untersuchungsumfang und mögliche Nutzungskorridore festgelegt worden. In der zweiten Werkstatt, am 9. November im Zinkhütter Hof in Stolberg, sollten signifikante Profile für die Standorte in Weisweiler, Inden und Stolberg herausgearbeitet werden. NRW.URBAN stellte dafür zunächst die Ergebnisse einer ausführlichen Stärken-, Schwächen- und Chancenanalyse der jeweiligen Standorte vor. Im Fokus für eine qualifizierte Entwicklung stehen potenzielle Gewerbe- und Industrieflächen im Umfeld des Kraftwerks. Untersucht wurde auch der Bereich um den Stolberger Haupt-bahnhof, der mit seiner Lage an einem wichtigen europäischen Schienenstrang eine sinnvolle Ergänzung des an der A4 gelegenen Kraftwerkstandortes bilden kann.

Konsens: keine monostrukturierten Standorte

Aus der Analyse wurden vier mögliche Folgenutzungsszenarien abgeleitet. Ergänzt wurden sie durch zwei Expertenbeiträge des Lehrstuhls für Elektro-Mobilitätskomponenten der RWTH Aachen sowie des LogistikCluster NRW, der die Ansiedlungsvoraussetzungen für Logistikbe-triebe untersucht. Die Szenarien wurden unter den Teilnehmern intensiv diskutiert und in Ar-beitsgruppen weiter verfeinert. Konsens unter den Beteiligten bestand darin, dass keine mo-nostrukturierten Standorte zum Beispiel für großflächigen Einzelhandel oder Freizeitnutzungen entwi-ckelt werden sollen. Nur ein Mix aus unterschiedlichen produzierenden Betrieben, ergänzt um die vor- und nachgelagerte Logistik, Forschung und Entwicklung wird als geeignet angesehen, den Strukturwandel erfolgreich fortzuführen. Nur so kann ein Mehrwert für die Region, vor allem in Form von Arbeits- und Ausbildungsplätzen geschaffen werden.

Ziel des Verfahrens: Ein "Drehbuch" für künftige Entwicklungen

Am Ende des dreistufigen Werkstattverfahrens wird ein Masterplan stehen, welcher nicht nur die städtebauliche Entwicklung, sondern auch anfallende Kosten, generierbare Erlöse sowie eine zeitliche Abfolge notwendiger Schritte aufzeigen wird. Er dient somit als Handlungsleitfaden und "Drehbuch" künftiger Entwicklungen im Westen des Rheinischen Reviers, rund um Eschweiler, Stolberg und Inden. Bei den Teilnehmern aus den beteiligten Kommunen, der Städteregion, dem Kreis Düren sowie aus Kammern, Verbänden und Wirtschaft herrschte Einigkeit, dass die zu entwickelnden Standorte ein enormes Potential an gewerblich und industriell nutzbaren Flächen darstellen, was in dieser Größenordnung in NRW einzigartig ist. Ebenso wurde deutlich, dass die Entwicklung nur im Konsens und unter Beteiligung aller Ak-teure einschließlich der Eigentümer erfolgen kann.

Weitere Schritte

In der anstehenden dritten Phase erfolgt eine detailliertere Planung für die Standorte sowie die Zuordnung von Folgenutzungen zu einzelnen Flächen. Die Ergebnisse der Phase 3 werden in einem weiteren Werkstattverfahren (Werkstatt 3) voraussichtlich im Februar 2018 präsentiert. Dort soll dann die Entwicklung eines Nutzungs- und Strukturkonzeptes als Leitlinie der weite-ren Standortentwicklung definiert werden.

In der IRR werden derzeit eine Reihe von standortbezogenen Masterplänen erstellt. Die IRR GmbH bündelt die Ergebnisse zu einem Gesamtplan der Strukturentwicklung im Rheinischen Braunkohlerevier.

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(Foto von oben nach unten: NRW.URBAN GmbH & Co. KG, IRR GmbH)