"Wir sind begeistert, dass unsere Idee zur Sicherung der Stromnetzstabilität auch bei dem Gutachtergremium des Wettbewerbs großen Anklang gefunden hat und jetzt die Bewilligung erfolgt", erklärt Gesamtprojektleiter und regionetz-Geschäftsführer Jürgen Schneider. „Wir wissen, dass vor allem auf die regionalen Stromnetzbetreiber in Zukunft wichtige und neue Aufgaben zukommen."

Präsentation auf der Revierkonferenz

Am 15. März 2017 erfolgte die Übergabe des Förderbescheides durch Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird im Rahmen der Revierkonferenz der IRR GmbH am 24. März 2017 im Forum Heppendorf/Elsdorf der Öffentlichkeit vorgestellt.

Was liefert den Strom in die Steckdose?

Für die meisten ist es selbstverständlich: Der Strom kommt aus der Steckdose. Und das zuverlässig, wann immer man ihn braucht. Damit das so bleibt, müssen die Firmen, die sich um die Stromnetze kümmern, jetzt ganz neue Ideen entwickeln. Grund hierfür ist die Energiewende. Es werden unter anderem immer mehr Windräder, Solaranlagen oder Biogasanlagen gebaut und an die Stromnetze angeschlossen, während große Kraftwerke nach und nach abgeschaltet werden.

Das Stromsystem wandelt sich

Bisher kam der Strom fast ausschließlich aus Kraftwerken, die mit Kohle, Gas oder Kernenergie versorgt wurden. Gegenwärtig und in Zukunft vermehrt übernehmen die einzelnen, in der Region verstreuten Erneuerbare-Energien-Anlagen größere Teile unserer Stromversorgung. Der Wind weht allerdings nicht immer gleich stark und auch die Sonne scheint nicht 24 Stunden am Tag. Das führt dazu, dass die Stromeinspeisung in das Netz aus den erneuerbaren Energien schwankend ist, auch fluktuierende Einspeisung genannt.

Dezentrale Stromeinspeisung - zentrale Steuerung

Auf der anderen Seite sind die Verbraucher, die den Strom beziehen. Das sind zum Beispiel große Firmen in der Industrie, Geschäfte oder Haushalte. Die Menge Strom, die genutzt wird, ist also auch immer unterschiedlich. Bislang haben das die konventionellen Kraftwerke ausgeglichen, indem sie mehr oder weniger Strom in das Netz gegeben haben. Das geht mit den kleineren Erneuerbare-Energien-Anlagen (noch) nicht so einfach. Der Strom, den sie erzeugen, fließt an vielen verschiedenen Stellen in das Stromnetz. Es gibt keinen zentralen Punkt mehr, an dem geregelt wird, wie viel Strom eingespeist wird, wie es bei den großen Kraftwerken der Fall ist.

"Virtuelles Kraftwerk"

Doch genau solche Punkte werden wir in Zukunft bei einer dezentralen Einspeisestruktur  brauchen, damit unsere Stromversorgung zuverlässig und stabil bleibt. Eine Möglichkeit ist, verschiedene Erneuerbare-Energien-Anlagen aus einer Region zu bündeln und so eine neue Art, ein Flächenkraftwerk zu schaffen: So genannte virtuelle Kraftwerke. Das heißt, die Anlagen werden über ein Informations- und Kommunikationsnetz miteinander verbunden und können Daten austauschen. Diese werden an einer zentralen Stelle gesteuert, sodass man von dort das Stromangebot und die Stromnachfrage über sogenannte Systemdienstleistungen stabilitätswirkend aufeinander abstimmen kann.

Test­leit­stand-Demons­trator für das "Vir­tu­elle Kraft­werk"

Regionale Partner im Projektkonsortium

Im Rheinischen Revier haben sich jetzt acht Unternehmen sowie zwei Hochschulen auf Basis einer Studie und Initiative der SME Management GmbH aus dem Rhein-Erft-Kreis zusammengetan, um solch ein virtuelles Kraftwerk zu entwerfen und zu pilotieren. Dabei sind: Die EWV-Tochter regionetz GmbH aus Eschweiler, die STAWAG-Tochter INFRAWEST GmbH aus Aachen, die Stadtwerke Düren-Tochter Leitungspartner GmbH aus Düren, die NEW AG-Tochter NEW Netz GmbH aus Viersen, RWE Power AG aus Köln, SAE IT-systems GmbH & Co.KG aus Köln, 2G Energy AG aus Heek, STORNETIC GmbH (ETC) aus Jülich, das Solarinstitut Jülich der Fachhochschule Aachen und die der Universität Köln nahestehende ewi Energy Research & Scenarios gGmbH.

Die nächsten Schritte

Ab Ende März beginnt das Projekt mit der Analyse und dem Design der Testszenarien. Im Herbst folgen die Simulationen und der Aufbau des prototypischen Testleitstands. Ab 2018 wird es dann mit dem Pilotbetrieb real.

Kontakt Projektkonsortium "QUIRINUS"

Telefon: 02271 50591-40
E-Mail: projektbuero@quirinus-projekt.de

(Fotos 1 - 3: IRR GmbH; Foto 4: SME Management GmbH)