teaser-bildPrä­sen­ta­tion der Mach­bar­keits­studie im Kraft­werk Weis­weilerFoto: Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH

07.11.2018

Industrie- und Gewerbeflächen im Rheinischen Revier: Machbarkeitsstudie sieht großes Potential für Eschweiler und Stolberg

Eine Machbarkeitsstudie von NRW.URBAN bescheinigt für Industrie- und Gewerbeansiedlungen in Eschweiler und Stolberg umfangreiche Flächenpotentiale. Rund um den Hauptbahnhof Stolberg können vier Teilflächen mit insgesamt fast 44 Hektar entwickelt werden. In Eschweiler-Weisweiler wurden acht Teilflächen mit einer Gesamtgröße von fast 194 Hektar im Bereich des Kraftwerks und seiner Umgebung festgelegt, wovon ein Großteil planungsrechtlich sogar schon erfasst ist. Das heißt, dass im Rahmen des Strukturwandels in den nächsten Jahren sukzessive immer wieder neue Teilflächen unter der Marke „Industriedrehkreuz“ aktiviert und an den Markt gebracht werden können.

Neben der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH waren die Städte Eschweiler und Stolberg, die Gemeinde Inden, die Städteregion Aachen, der Kreis Düren und die indeland Entwicklungsgesellschaft sowie die RWE Power AG, die EVS Euregio Verkehrsschienennetz GmbH  und die Industrie- und Handelskammer Aachen an der Machbarkeitsstudie beteiligt. An den begleitenden Werkstätten haben Experten aus der Region und Nordrhein-Westfalen, aus Planungsbehörden, Hochschulen, Unternehmen, Wirtschaftsförderungen und Beratungsunternehmen teilgenommen.

Industrie, Gewerbe, Handwerk und Euregio-Railport

Für den Standort Stolberg steht mit dem geplanten Euregio-Railport das Thema Logistik – als Güterverteilzentrum an der Bahnlinie – im Vordergrund. Dabei soll durch wertschöpfende Logistik eine möglichst arbeitsplatzintensive Flächennutzung realisiert werden. In der ersten Ausbaustufe des Industriedrehkreuzes am Kraftwerk Weisweiler ist die Teilfläche „Am Grachtweg“ bereits in der Umsetzung. Hier wurden der Logistikkonzern Hammer sowie die QCS Computer GmbH angesiedelt. Der Kosmetikhersteller Babor hat ebenfalls eine Gebäude-Erweiterung angekündigt. Auch künftig wird eine gewerblich-industrielle Nutzung Vorrang haben. Diese soll aber offen für mögliche Entwicklungen sein und kein enges Korsett darstellen. Zukunftstrends und -märkte sollen in die perspektivische Nutzung der Standorte einbezogen werden. Aufgrund der Nähe zu den Hochschulen und den Erfahrungen mit Spin-off Projekten wie Streetscooter und e.Go liegt eine enge Kooperation mit der Forschung bei der Flächenentwicklung nahe.

Ankerpunkt im Strukturwandel

Das Rheinische Revier muss Arbeitsplätze kompensieren, die im Zuge des Strukturwandels verloren gehen. Dafür benötigt die Region Flächen, wie in Eschweiler und Stolberg, auf denen Industrie, Gewerbe und Handwerk angesiedelt werden kann. Frühzeitig Flächen für neue Nutzungen zu ertüchtigen, um schon jetzt spätere Arbeitsplatzverluste auszugleichen, ist dabei ein wichtiges Anliegen. Für die Vision vom Industriedrehkreuz, sind sowohl kurzfristig, als auch mittel- und langfristig mobilisierbare Flächen vorhanden, die im Prozess des Strukturwandels aktiviert werden können. Ausgangspunkt für die Studie waren grundlegende Fragen: „Was passiert nach dem Ende der Braunkohlenverstromung in Weisweiler? Wie können die absehbaren strukturpolitischen Folgen frühzeitig aufgefangen werden? Wie sieht das Zukunftsszenario für die freiwerdenden Flächen aus? Welche Synergien können durch eine Ertüchtigung der Potenziale zum Güterumschlag am Bahnhof Stolberg erzielt werden? Welche regionale Bedeutung kann eine neue Nutzung und Entwicklung dieser Flächen haben?

Beginn eines Entwicklungsprozesses

Die Machbarkeitsstudie ist der Grundstein und markiert den Start für einen langfristigen Entwicklungsprozess. Die beteiligten Gebietskörperschaften und ihre Partner werden unter der Moderation der Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH eine Planer-Gruppe einsetzen, um das Entwicklungsziel und den Weg dorthin zu konkretisieren. Die Planer-Gruppe wird systematisch die Handlungsschritte umsetzen, die sich aus der Studie ergeben. Dies sind insbesondere Planungs- und Infrastrukturthemen, Finanzierung und Förderung, Anbindung und Erschließung und Flächenvermarktung. Gleichzeitig soll die Machbarkeitsstudie als Fachbeitrag für die Regionalplanaufstellung in Köln eingereicht werden, um über das landesplanerische "Soll" hinaus zusätzliche Flächen für den Strukturwandel im Rheinischen Revier zu identifizieren und bereitzustellen. Ziel ist es, Strukturbrüche zu vermeiden und der Region frühzeitig, vor Beendigung der Tagebaue, eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten. Auch mit Blick auf die Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ stehen nun weitere ansiedlungsreife Flächen zur Verfügung.

Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH hatte beim Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Förderung einer „Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Industriedrehkreuzes Weisweiler – Inden – Stolberg“ eingeworben. NRW.URBAN hat die Studie in einem dreistufigen Werkstattverfahren gemeinsam mit der Region entwickelt.
 

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