Ausgangslage

In den kommenden Jahrzehnten wird sich das Rheinische Braunkohlenrevier grundlegend verändern. In einem langfristigen Prozess bewegt sich die Region weg von der Verbrennung und Verstromung der Braunkohle hin zu einer neuen wirtschaftlichen Struktur. Um eine solche Entwicklung speziell im Bausektor zu unterstützen und gleichzeitig heimische Ressourcen in Kreisläufen zu nutzen, wurde im Rahmen eines Projekts der IRR GmbH diese Potenzialstudie erarbeitet.

Bau­schutt kann als Grund­lage für neue Bauten genutzt werden.Foto: IRR GmbH/Müller/Kurkowski

Wirtschaftliche und natürliche Rahmenbedingungen im Blick

Praxisnah bearbeitete das Gutachterteam zahlreiche Aspekte wie Mengenverfügbarkeiten, Aufbereitungstechnik, Logistik und verschiedene Fragen zur Qualität vom Bauschutt und den rezyklierten, also den wieder in den Baustoffkreislauf eingebrachten Endprodukten. Mit Professorin Anette Müller vom "IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar" und Harald Kurkowski vom Beratungsunternehmen "Bimolab gGmbH" aus Soest haben bundesweit anerkannte Experten die Studie erstellt

Einen besonderen Fokus legte das Gutachten auf den Ressourcen- und Klimaschutz sowie Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit. Die Betrachtungen endeten in einer Gesamtkonzeption, inklusive ersten Entwürfen für eine neuartige Anlage. Produziert werden sollen beispielsweise Beton mit Recycling-Zuschlägen, Mauersteine aus Sekundärrohstoffen oder auch Vegetationssubstrate aus ehemaligen Ziegeln. Oft bleiben beim Recycling "Feinfraktionen" übrig, also Körnungen unter zwei Millimetern. Selbst hieraus könne man laut der Untersuchungsergebnisse über ein neuartiges Verfahren wieder Bauprodukte herstellen, die auch recht gute Dämmeigenschaften hätten. Die Studie empfiehlt abschließend, nach einer Fläche für einen entsprechenden Modellstandort im Städtedreieck Köln-Düsseldorf-Mönchengladbach zu suchen. In diesem Gebiet könne man flexibel die Nähe zu drei Großstädten nutzen

Ver­schie­dene Kör­nungen, die man aus Bau­schutt mit tech­ni­schen Ver­fahren her­stellen kannFoto: IRR GmbH/Müller/Kurkowski

Ausblicke auf eine Umsetzung

Die Studie hat neben der Wissenschaft und Behörden auch Unternehmen der Region und Wirtschaftsverbände einbezogen. Hier war die gesamte Wertschöpfungskette beim Bauen im Blick: Recycling, Rückbau, Baustoffproduktion, Beschaffung und Planung. Die Umsetzung des Modellstandortes könnte nun mit regionalen Partnern erfolgen, wäre aber auf eine weitere Unterstützung durch Politik, Wissenschaft und Fördergeber angewiesen.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

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Matti Wirth

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