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18.01.2016


Der Aufsichtsrat schnürt das Arbeitsprogramm für die IRR GmbH. (Bild: IRR GmbH)

Programm für die Strukturentwicklung des Braunkohlereviers steht

Aufsichtsrat beschließt Starterprojekte und geordnetes Verfahren für die Qualifizierung weiterer Projektideen. Regionaler Konsens über den Einstieg in Schwerpunktprojekte der wirtschaftlichen Entwicklung erzielt.

Projekt-Kandidaten bilden IRR-Programm

"Der Startschuss ist gefallen", bilanziert der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) und Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, Dr. Günther Horzetzky. Die IRR GmbH hatte im Spätherbst des vergangenen Jahres 75 Projektvorschläge präsentiert, die aus dem IRR-Ideenwettbewerb zur weiteren Qualifizierung ausgewählt wurden. Allen 75 Projektideen wurde ein sogenannter "Kandidatenstatus" verliehen. In den nächsten Jahren sollen sie zu konkreten Projekten weiterentwickelt und umgesetzt werden.

"Wir standen vor der Aufgabe, aus 75 ausgewählten Projektvorschlägen ein operationalisierbares Programm zu machen", erklärt der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Michael Kreuzberg, in seiner Funktion als Vorsitzender der IRR Gesellschafterversammlung. "Heute können wir sagen: Das Programm steht!", fasste Kreuzberg die Diskussion der ersten Aufsichtsratssitzung der IRR GmbH im neuen Jahr 2016 zusammen.

Breite Beteiligung durch die Region

Gleich zehn Projektkandidaten konnte der Aufsichtsrat zu offiziellen IRR-Modellprojekten küren und damit auf die nächste Stufe heben. Das heißt, dass dieses erste Paket aus zehn Projekten – sogenannte Starterprojekte – im laufenden Jahr 2016 umgesetzt werden kann. "Das Rheinische Revier wird schnell von den Starterprojekten profitieren", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Günther Horzetzky. "Das Land wird zusammen mit der IRR GmbH und der Region diese Projekte begleiten und – soweit notwendig – bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützen."

"Dahinter steckt viel Arbeit von vielen unterschiedlichen Akteuren, die im IRR-Prozess gebündelt werden", lobt Landrat Kreuzberg. Das Lob richtet er insbesondere an die Kommunen und ihre interkommunalen Zusammenschlüsse – sei es im Rhein-Erft-Kreis, dem Indeland oder rund um Garzweiler. Aber auch an so unterschiedliche Einrichtungen wie das Energeticon in Alsdorf, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die RWE Power AG oder die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Projektqualifizierung

Neben den zehn Starterprojekten hat der Aufsichtsrat unterschiedliche Qualifizierungsbedarfe für die 65 übrigen Projektkandidaten festgestellt und ein Verfahren für die weitere Qualifizierung auf den Weg gebracht. Ob in Einzelbetreuung oder im Verbund, jeder Ideengeber erhält passgenaue Unterstützung: vom Wissenstransfer bis zur Suche nach Finanzierungsmitteln. "Dabei werden alle gefordert sein", führt Kreuzberg aus und meint sowohl die verschiedenen Landesministerien und Bezirksregierungen, als auch die Region. "Wir freuen uns über die Bereitschaft vieler Akteure auf diesem Weg zu helfen. Denn die IRR ist ein Dekaden-Programm für die ganze Region".

Ferner hat der Aufsichtsrat für zehn weitere Projekte das Potenzial gesehen, dass sich aus ihnen mögliche Schwerpunktprojekte für die wirtschaftliche Entwicklung herausschälen könnten. Für diese Projektideen schmiedete er ein weiteres 10er-Paket. Ziel ist es, durch qualifizierende Verfahren (zum Beispiel einen Masterplan) und das synergetische Zusammenführen ähnlicher Einzel-Projektvorschläge, einen Einstieg in Großvorhaben zu finden. Insofern werden diese zehn Projektansätze in nächster Zeit maßgeblich weiterqualifiziert. "Damit gibt es einen regionalen Konsens über den Umgang mit dem Projekte-Kanon der IRR", freut sich Michael Kreuzberg.

Die zehn Starterprojekte im Überblick (Ideengeber in Klammern):

  • Modularer Hochleistungsstrahler Solarcampus Jülich (Projektgesellschaft "Modularer Hochleistungsstrahler")
  • Grubenwasser-Erdwärme für das ENERGETICON (GrEEN) (ENERGETICON gGmbH)
  • Stoffliche Nutzung von Braunkohle (und braunkohlestämmigem CO2) – Herstellung von synthetischen Basis-Chemikalien und Kraftstoffen (RWE Power AG)
  • Faktor X – Kompetenzcluster Ressourceneffizientes Bauen im Indeland (Stadt Eschweiler, Gemeinde Inden, RWE Power AG, Aachener Stiftung Kathy Beys, Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH)
  • Energiewende im Einfamilienhausbau - Brennstoffzellensiedlung, Solarsiedlung (Stadt Grevenbroich, Stadt Bedburg, RWE Power AG)
  • Klimaschutzsiedlung "An der Schießbahn", Bedburg (Stadt Bedburg, RWE Power AG, A. Frauenrath Bauunternehmen GmbH, Kreissparkasse Köln)
  • Masterplan Planungsverband Garzweiler II (Informeller Planungsverband Mönchengladbach, Erkelenz, Jüchen und Titz)
  • Regional.Werk.Stätten Rhein-Erft – Nachhaltige Nutzung und soziale Integration (Stadt Erftstadt, Rhein-Erft-Kreis, Zweckverband Naturpark Rheinland)
  • Herstellung von handelsfähigem Dünger aus Gülle und Braunkohle mit gleichzeitigem Schutz des Grund- und Trinkwassers vor erhöhten Nitratkonzentrationen (ProBodenrekultivierung e. V.)
  • Nachhaltiger Anbau von Arznei- und Gewürzpflanzen als Erwerbsalternative auf Rekultivierungsstandorten (Stiftung Rheinische Kulturlandschaft)

Die zehn gesonderten Qualifizierungsprojekte für mögliche Schwerpunktprojekte im Überblick:

  • Infrastruktur Energie Sicherheit Innovation - Operation Center
  • Kommunales Energieversorgungs- und Energieverteilungssystem auf Basis regenerativer Quellen und effizienter Gleichspannungstechnik (IRRene)/LEP-Fläche Geilenkirchen-Lindern
  • Campus Merscher Höhe – Strukturwandel interkommunal gestalten
  • Industriedrehkreuz Weisweiler-Inden
  • Kompetenzzentrum nachhaltige Bioraffinerie
  • Interkommunales Kompetenzareal :terra nova für Energie- und Landwirtschaft
  • Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes Jüchen-Grevenbroich – nachhaltige Logistik und Beitrag zum Strukturwandel
  • Strahlkraft des Premium-Gewerbestandortes "PrimeSite Rhine Region" stärken und für die IRR nutzen
  • Smart City Grevenbroich – Frimmersdorf und LEP-Fläche Neurath/Interkommunales Gewerbegebiet Neurath – Nutzung der Synergien mit dem Kraftwerksstandort
  • Verbundnetz/Korridore "Grüne Infrastruktur/Rekultivierung"

Diese und alle weiteren Modellprojektkandidaten finden Sie in einer Karte.

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In Jülich betreibt das DLR das Solarthermische Versuchskraftwerk Solarturm Jülich. Es ist zugleich Vorbild und Versuchskraftwerk für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika. Diese spielen auch bei der DESERTEC Initiative eine tragende Rolle. Die in Jülich erprobte Technologie und die gewonnenen Erkenntnisse werden in den sonnenreichen Regionen der Erde zum Einsatz kommen. Denn dort haben die solarthermischen Kraftwerke ihr größtes Potenzial. Die Aluminium Norf GmbH wurde im April 1965 als gemeinschaftliches Unternehmen der ehemaligen Alcan, heute: Novelis, und der damaligen VAW, heute: Hydro Aluminium Rolled Products, gegründet. Dadurch entstand in Norf bei Neuss das damals größte Aluminiumwalz- und -Schmelzwerk Europas. Wissenschaftler des in Jülich beheimateten DLR Instituts für Solarforschung arbeiten im größten europäischen Testzentrum für konzentrierende Solartechnologie an der Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Solarthermische Kraftwerke. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte- und produkte, z. B. das Elektroauto 'StreetScooter', werden in der IRR entwickelt. Ein Solarturmkraftwerk mit einer weltweit einzigartigen Technologie ist in Jülich in Betrieb. 2.500 einzelne Spiegel lenken die Sonnenstrahlung auf die Spitze eines 50 Meter hohen Turms, wo die Sonnenenergie zur Stromproduktion genutzt wird. Der Indemann ist durch seine Größe und seinen Standort, hoch auf der Goltsteinkuppe, das weithin sichtbare Symbol für die Perspektiven, die das indeland seinen Bewohnern bietet. Seine moderne Architektur steht für die technische Zukunft der Region, sein sich ständig veränderndes Leuchten im Dunkeln für den Strukturwandel im Braunkohlerevier; seine Stabilität steht für die über 10.000 Jahre währende Geschichte des indelandes. IRR: Eine von Berg- und Tagebau geprägte Energie- und Industrieregion erfüllt eine entscheidende Funktion im rheinischen Wirtschaftsgefüge. Nirgendwo sonst wird in derart geballter Form Energie erzeugt und industriell auch wieder verbraucht. Schaufelradbagger sind Tagebaugeräte zum Abbau von Rohstoffen und für den Einsatz auf Großbaustellen. Besonders große Schaufelradbagger finden sich im Braunkohletagebau Hambach. Nördlich von Eschweiler bei Aachen befindet sich der künstlich angelegte Blausteinsee. Als Naherholungs- und Freizeitzentrum bietet der Blausteinsee vielseitige Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Skaten, Radfahren und vieles mehr. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - weltweit gehörte er 1978 zu den ersten Zwölf! Die Aussichtsplattform ist an der Südwestflanke des Haldenkopfes im Carl-Alexander-Park in Baesweiler angelegt. Gestaltet wurde dieser Aussichtspunkt als ruhiger Ort zum Verweilen, Ausruhen und Aussicht genießen mitten im Naturschutzgebiet.