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03.11.2017


COP 23: Hier gibt es jeden Tag neue beispielhafte Klimaschutzprojekte aus dem Rheinischen Revier. (Foto: BMUB/Sascha Hilgers)

Innovationsregion Rheinisches Revier: "Gemeinsame Kraftanstrengung für Klimaschutz"

Think global, act local! – Die UN-Klimakonferenz vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn gibt Anlass, die lokalen Klimaschutzaktivitäten im Rheinischen Revier in den Blick zu nehmen. "Wir reden nicht nur vom Klimaschutz – wir praktizieren ihn", so Michael Kreuzberg, Landrat Rhein-Erft-Kreis und Vorsitzender der IRR GmbH Gesellschafterversammlung.

Michael Kreuzberg: "Wir im Rheinischen Revier gehen voran beim Klimaschutz. Die Vielfältigkeit der Maßnahmen und Initiativen zeigt, dass man auch lokal vor Ort einen wirksamen Beitrag leisten kann. Wir reden nicht nur vom Klimaschutz – wir praktizieren ihn. Insbesondere die Projekte im Rahmen der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) haben dabei den Anspruch, gerade auch übertragbare Beispiele für andere Regionen im Strukturwandel zu sein. Gemeinsam bereiten wir den Weg, um auch im 21. Jahrhundert eine moderne, nachhaltige und innovative Energie- und Industrieregion mit sicheren Arbeitsplätzen zu bleiben.

Gerade im Umfeld die Weltklimakonferenz ist es wichtig, auf diese gemeinsame Kraftanstrengung im Rheinischen Revier aufmerksam zu machen. Getragen wird sie von Gebietskörperschaften, Kammern, Gewerkschaften und Partnern aus Wissenschaft, Unternehmen und Verbänden. Die IRR denkt global und handelt regional. Wir haben die Herausforderung Energiewende und Klimawandel angenommen und arbeiten in allen Bereichen und auf allen Ebenen des Rheinischen Reviers für Fortschritte im Klimaschutz. Damit zahlt die Region voll ein in die nordrhein-westfälischen Klimaschutzziele. Bis 2020 will das Land eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen um 25 Prozent gegenüber 1990 erreichen."

Entdecken Sie während der Klimakonferenz beispielgebende Klimaschutzprojekte aus der IRR - ab dem 6. November täglich hier und über Twitter unter #cop23 und über unseren Auftritt bei Twitter @IRR_GmbH.

Eine Pressemitteilung kann hier heruntergeladen werden.

Kontakt

IRR GmbH
Christian Wirtz
Telefon: 02461 690-181
E-Mail: christian.wirtz@rheinisches-revier.de

Klimaschutzprojekte aus dem Rheinischen Revier

 

17. November

 

BleNaBis: Die klimaneutrale Teppichfaser

Die Oberfläche von Teppichböden besteht meist aus Wolle oder Kunstfasern wie Polyamid. Die Klimabilanz beider Rohstoffe ist jedoch nicht so flauschig wie der Teppichboden: Die Wollherstellung ist aufgrund der Tierhaltung energiereich und ein konventionell hergestellter Teppichboden aus Polyamid schlägt mit acht Kilogramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter zu Buche. Das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen entwickelt derzeit gemeinsam mit anderen europäischen Forschungsinstituten eine klimaneutrale Faser auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen, die mit Polyamid nicht nur qualitativ gleichwertig sein soll, sondern auch noch energiesparender produziert werden kann. Das Projekt gehört zur Leistungsschau der KlimaExpo.NRW. Mehr dazu: http://leistungsschau.klimaexpo.nrw/projekte-vorreiter/oekoteppich.html

Aachen macht Bikesharing elektrisch

Steil hinauf geht es für viele Studierende auf dem Weg zur Uni in Aachen. Kein Wunder, dass das Fahrrad dort nicht das beliebteste Verkehrsmittel ist. Doch das könnte sich bald ändern: 2013 als studentische Initiative an der RWTH Aachen gestartet und 2014 als Unternehmen professionalisiert, startet das, von der KlimaExpo.NRW qualifizierte, Projekt Velocity Aachen als E-Bike-Verleihsystem für die gesamte Stadt in 2016 durch. Mehr dazu: leistungsschau.klimaexpo.nrw/projekte-vorreiter/velocityaachen.html

 

16. November

 

Passagierflugzeuge als fliegende Labore: "IAGOS - In service Aircraft for a Global Observing System"

Atmosphärenforscher aus dem Forschungszentrum Jülich und aus Toulouse haben Ergebnisse einer einzigartigen Langzeitbeobachtung veröffentlicht: Mithilfe von Linienflugzeugen maßen sie die Temperaturen in zehn bis 13 Kilometern Höhe. Gesammelt wurden die Daten im Rahmen des internationalen Klimaforschungsprojekts IAGOS. Die Flugzeuge besitzen qualitätsgeprüfte Instrumente nicht nur zur Messung der Temperatur sondern auch der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre – und liefern somit wichtige Erkenntnisse zum Thema Klimawandel. IAGOS steht für "In service Aircraft for a Global Observing System" und wird vom Forschungszentrum Jülich mit koordiniert.


Die jetzt ausgewerteten Temperaturdaten wurden zwischen Januar 1995 und Dezember 2012 aufgenommen. Das Resultat: Die mittleren Temperaturen in zehn bis 13 km Höhe, etwa über dem Nordatlantik, haben sich in diesen 17 Jahren nicht wesentlich verändert. "Das spricht nicht gegen den Klimawandel, sondern stimmt mit den Analysen aktueller Klimamodelle überein. Demnach wird es in der bodennahen Atmosphäre wärmer und in der Stratosphäre kälter – in der Übergangsschicht ändert sich die Temperatur wenig", so PD Dr. Andreas Petzold, Leiter des Jülicher IAGOS-Teams. Die Studie liefere wichtige Langzeitdaten für den Abgleich von Klimamodellen mit Beobachtungen.

Die Internetseite des Forschungszentrums Jülich enthält weitere Informationen.

 

Projektideen aus der Kolpingstadt Kerpen

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes der IRR GmbH hat die Kolpingstadt Kerpen folgende Ideen zu Klimaschutzvorhaben formuliert, die weiterentwickelt werden:

Innovative Mobilität & Energie am Autobahnkreuz Kerpen A4/A61

Geplant ist die Einrichtung eines Mobilitätszentrums am Autobahnkreuz Kerpen (BAB4/BAB61), wobei die Entwicklungen im Sinne des Internet of Things und Industrie 4.0 synergetisch genutzt werden sollen. Diese werden im Rahmen von Smart Logistic-Prozessen in einem neu zu errichtenden grünen Mobilitätszentrum integriert werden, in dem LKW-Logistik wie ÖPNV am Autobahnknotenpunkt Kerpen optimiert werden. Das Projekt ermöglicht, das Gesamtverkehrsaufkommen am Autobahnkreuz A4/A61 und damit auch den CO2-Ausstoß nachhaltig zu reduzieren.

Gewerbegebiete und Energie in Kerpen-Türnich

Das Projekt stellt ein Pilotprojekt für energieeffiziente Gewerbegebiete dar. Dabei sollen verschiedene Varianten der Versorgung mit Strom und Wärme untersucht und hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit beurteilt werden, um ein optimiertes Arealversorgungskonzept zu erarbeiten. Neben Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien sollen auch innovative Speicherlösungen, Wasserstofftechnologien und virtuelle Kraftwerke berücksichtigt werden, um technisch umsetzbare und wirtschaftlich tragfähige Gesamtlösungen für das Gewerbegebiet zu entwickeln.
Energie & Wohnen in Kerpen-Buir
Der Ortsteil Buir soll ein Leuchtturmprojekt als Klimaschutzsiedlung und insbesondere in den Bereichen Smart-Grid und Smart-Home werden. Die Bevölkerung soll motiviert werden, eine aktive Voreiterrolle für innovative Themen der Energiewende einzunehmen. Dabei sind u.a. folgende Maßnahmen geplant: Errichtung von Windkraftanlagen am Tagebaurand, Teilabdeckung der Autobahn A4, um Lärmemissionen in der gesamten Ortslage einzudämmen, thermische Nutzung von Sümpfungswasser, Entwicklung von mehr als 300 mindestens im Passivhausstandard errichteten Wohneinheiten.

Kontakt

Kolpingstadt Kerpen
Joachim Schwister
Beigeordneter
Telefon (Vorzimmer): 02237 58-305
Telefax: 02237 58-511
E-Mail: joachim.schwister@stadt-kerpen.de

 

15. November

 

Energieeffizienznetzwerk plant Senkung des Energieverbrauchs um 79,5 Millionen Kilowattstunden

Vor dem Hintergrund der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hat die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein in Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein im Jahr 2015 ein regionales Energieeffizienz-Netzwerk mit dem Namen "Energiekostenmanagement DIALOG" initiiert. Die IHK Mittlerer Niederrhein tritt in diesem Netzwerk als Netzwerkträger auf. Die sieben teilnehmenden Unternehmen kommen aus unterschiedlichen Branchen und beschäftigen zusammen etwa 4.500 Mitarbeiter. Moderiert wird das Netzwerk von Herr Professor Nissen, der an der Hochschule Niederrhein die NEW-Stiftungsprofessur für Controlling und Energiemanagement innehat.
Die Zielsetzung des Netzwerks ist es während seiner vierjährigen Laufzeit, insgesamt 79,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) weniger Energie zu verbrauchen, was einem Jahresstromverbrauch von mehr als 20.000 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) wird das Effizienz-Netzwerk im gleichen Zeitraum um schätzungsweise 35.500 Tonnen verringern können. Durch konsequente Umsetzung der herausgearbeiteten Maßnahmen, können die teilnehmenden Unternehmen ihre Energiekosten während der vier Jahre um insgesamt 4,4 Millionen Euro verringern.


In der Startphase des Netzwerks wurden zunächst die jeweiligen Energieverbräuche durch Professor Nissen und seinen Doktoranden Nathanael Harfst in Zusammenarbeit mit den Unternehmen untersucht. Das Resultat: "In der Regel sind es nur wenige Prozesse im Unternehmen, die 80 Prozent des Energieverbrauchs ausmachen", erklärt Nissen. Die Ergebnisse der Analysen wurden bei den Netzwerktreffen diskutiert, wodurch interessante Potentiale aufgedeckt werden konnten. Die Teilnehmer profitierten hierbei vom Erfahrungsaustausch, dem gegenseitigen Lernen und dem Knowhow-Transfer im Netzwerk.
Für jede Maßnahme wurden neben der technischen Machbarkeit mit einer Formel auch die Wirtschaftlichkeit sowie die Auswirkung auf die Steigerung des Unternehmenswerts berechnet. Vor allem die in Zahlen vorliegende Steigerung des Unternehmenswerts bewirkte, dass die Geschäftsleitung vorgeschlagene Maßnahmen genehmigte und umsetzte. Die Prognose für die gesamte Wertsteigerung aller sieben Unternehmen ist beeindruckend: Sie liegt laut Nissen bei insgesamt etwa 17,5 Millionen Euro. Energieeffizienz lohnt sich somit für Unternehmen und die Umwelt.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein abrufbar.

 

Böden im Wandel: ICOS - "Integrated Carbon Observation System"

Für grüne Pflanzen ist Kohlendioxid wie Dünger: Sie wachsen besser, wenn der Anteil dieses Treibhausgases in der Atmosphäre steigt. In welchem Ausmaß sie dadurch den CO2-Anstieg in der Atmosphäre bremsen können, ist bislang schwer zu kalkulieren. Einer der Gründe ist ein gegenläufiger Effekt: Die Organismen im Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, bauen aufgrund der globalen Erwärmung mehr Kohlenstoff ab und setzen es wieder als CO2 frei. Wichtig deshalb: Den Austausch von Treibhausgasen zwischen Böden und Atmosphäre genau unter die Lupe zu nehmen. Ein Team um Dr. Alexander Graf vom Forschungszentrum Jülich hat die CO2-Bilanz von zwei Feldern in der Region um Jülich gemessen. Auf einem baute ein Landwirt im Winter sogenannte Zwischenfrüchte an – eine Saatmischung, die unter anderem Senf und Ölrettich enthielt. Die Früchte sollen die Bodenerosion verringern und Biodiversität erhöhen. Das andere Feld blieb im Winter unbestellt.


Die wichtige Erkenntnis: Zwischenfrüchte verbessern die CO2-Bilanz. Das entsprechende Feld nahm in vier Jahren insgesamt rund 60 Prozent mehr CO2 auf. Mit der Forschungsinfrastruktur ICOS ("Integrated Carbon Observation System") werden die Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem in der Lage sein, solche Messungen an einer großen Anzahl von Standorten langfristig durchzuführen.

Weitere Informationen sind auf der internetseite des Forschungszentrums Jülich abrufbar.

 

 

 

14. November

 

 

Qualifikation von Auszubildenden im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz

Auch Azubis können viel bewirken! Deshalb bietet die IHK Aachen im Rahmen der "Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz" eine Zusatzqualifizierung für Auszubildende im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr an. Dadurch sollen die jungen Mitarbeiter als "Energie-Scouts" in ihren Unternehmen helfen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, Ideen zu entwickeln und Verbesserungen anzuregen. „Das Unternehmen erhält Hinweise auf Energiesparmöglichkeiten und steigert den bewussten Umgang mit Energie und Ressourcen gerade der jüngeren Teile der Belegschaft. Die Azubis qualifizieren sich interaktiv, kommen schnell im Unternehmen herum und lernen ihre Ergebnisse zu präsentieren – "Eine echte Win-Win-Situation, denn auch das Klima profitiert von den Energie-Scouts", sagt Dieter Dembski von der IHK Aachen.

Auftaktveranstaltung "Energie-Scouts" 2017 (Foto: IHK Aachen/Andreas Steindl)

Weitere Informationen: https://www.aachen.ihk.de/innovation/Energie/Energie-Scouts/3703218

 

13. November

 

REMONDIS Rheinland: Sekundärbrennstoffe aus regionalen Abfällen
In Erftstadt finden auf dem Gelände der REMONDIS Rheinland GmbH nahezu unbemerkt höchst innovative Dinge statt. Das Unternehmen betreibt dort seit 2005 eine moderne Abfallbehandlungsanlage. Aus nicht wieder verwertbaren Abfällen werden in einem eigens entwickelten Verfahren qualitativ hochwertige Sekundärbrennstoffe angefertigt, die in Kraft- und Zementwerken als alternative Energiequelle genutzt werden.
Die Anlage trennt den angelieferten Haus- und Sperrmüll mittels hochmoderner Sortiertechniken und bereitet die gewonnenen Abfallströme weiter auf. Magnet- und Wirbelstromabscheider sowie automatische optische Trenntechnik, die sogenannte NahInfraRotspektroskopie, gewinnen stofflich verwertbare Eisen- und Nichteisenmetalle und separieren stofflich verwertbare Kunststoffe.


Die Anlage bereitet anschließend die stofflich nicht verwertbaren Abfälle zu qualitätsgesicherten Sekundärbrennstoffen (SBS®) mit definierten Eigenschaften wie Heiz- und Chlorwert auf. Diese Sekundärbrennstoffe werden als Ersatz für fossile Brennstoffe in einem nahegelegenen Kraftwerk und in Zementwerken eingesetzt. Anfallende Sortierreste werden in Müllverbrennungsanlagen der Umgebung energetisch verwertet. Durch die Kombination von stofflicher Verwertung, Brennstoffproduktion und Ersatz fossiler Brennstoffe sowie energetische Aufarbeitung der Sortierreste reduziert das Unternehmen die CO2-Emissionen um 70.000 bis 80.000 Tonnen pro Jahr. Seit 2005 wurden bereits mehr als 850.000 Tonnen CO2 eingespart.
Regionalität steht bei der Anlage im Mittelpunkt: der angelieferte Haus- und Sperrmüll stammt aus umliegenden Städten und Kreisen. Mit der Sortierung und Aufbereitung von Abfall zu Brennstoffen an einem Ort und dem Einsatz der Brennstoffe im nahegelegenen Kraftwerk vermeidet REMONDIS lange Transportketten und unterstützt regionale Kreisläufe. Bürger profitieren außerdem von den niedrigen Müllgebühren. Auch international stößt das Konzept auf großes Interesse.

Weitere Informationen: www.remondis.de

10. November

 

Stromspeicher I-TESS – Studie zur Integration thermischer Stromspeicher in existierende Kraftwerksstandorte

Die fluktuierende Stromerzeugung aus Windkraft- und Solaranlagen erfolgt in Abhängigkeit des jeweiligen Windaufkommens bzw. der Sonneneinstrahlung und damit nicht ausgerichtet am Strombedarf. Folglich wird es in Zukunft immer wichtiger, mit geeigneten Speichertechnologien Strom in die Bedarfszeiträume hinein zu verschieben. Die Studie "Stromspeicher I-TESS" beschreibt die Möglichkeit, mit Hilfe von thermischen Speichern auf Flüssigsalz-Basis in Kombination mit klassischen Wasser-Dampf-Kreisläufen Strom zu speichern. Insbesondere werden in der Studie Optionen zur Nutzung existierender Kohlekraftwerkstandorte beleuchtet. Solche Standorte könnten dadurch ggf. auch nach dem Kohleausstieg weiter im Strommarkt genutzt werden.

Bewährte Technologie

Die verwendeten thermischen Speicher sind eine bewährte Technologie in Solarkraftwerken und zeichnen sich durch eine hohe Standortunabhängigkeit aus. In jedem Fall kann mit zu Pumpspeicherkraftwerken vergleichbaren Investitionskosten gerechnet werden. Da der Kraftwerksblock eines thermischen Stromspeichers die größten Kosten verursacht und vergleichbar mit dem eines konventionellen Dampfkraftwerkes ist, lassen sich Synergien mit vorhandenen Kraftwerken identifizieren. So kann zum Beispiel bei der Integration eines thermischen Speichers zuzüglich einer elektrischen Heizung in ein bestehendes Dampfturbinen-Heizkraftwerk auf eine Neubeschaffung der Turbine verzichtet werden.

Geringe Investitionskosten

Die Investitionskosten für einen thermischen Stromspeicher fallen hierdurch um mehr als ein Drittel. Dabei kann der (technologiebedingt) vergleichsweise niedrige elektrische Wirkungsgrad durch die Bereitstellung von Fernwärme und Prozessdampf in Teilen egalisiert werden. Um längere Phasen mit zu geringen Energieerträgen aus Wind und Sonne zu überbrücken, kann der thermische Stromspeicher mit einer zusätzlichen Feuerung ausgestattet werden. Hierdurch ist er prinzipiell in der Lage nahezu unbegrenzt Strom zu produzieren. Diese gesicherte Anschlussleistung grenzt den thermischen Stromspeicher von den Konkurrenztechnologien ab und kann zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit beitragen.

Baustein für die Energiewende im Rheinischen Revier

Weiterhin wurden in der Studie verschiedene Konzepte zur Flexibilisierung von Kohlekraftwerken durch den Einsatz thermischer Speicher entwickelt. Ziel der untersuchten Integrationsalternativen war es sowohl den fahrbaren Lastbereich (Bereich zwischen Minimal- und Maximallast) als auch die Lastgradienten des Kraftwerks zu erhöhen. Durch verschiedene Kombinationen der Be- und Entladevarianten erscheinen Strom-zu-Strom-Wirkungsgrade von 70 bis 80 Prozent möglich. In Summe zeigt die Studie das große Potenzial thermischer Stromspeicher zum Gelingen der Energiewende im rheinischen Revier beitragen zu können.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Ulf Herrmann
Solar-Institut Jülich
Geschäftsführender Direktor
FH Aachen
University of Applied Sciences
Heinrich-Mußmann-Straße 5
52428 Jülich
Telefon: 0241 6009 53529
Telefax: 0241 6009 53570
E-Mail: herrmann@sij.fh-aachen.de
Internet: www.sij.fh-aachen.de

 

9. November

 

Forschungscampus FEN untersucht Machbarkeit einer Gleichstrom-(DC)-Siedlung

 
FEN hat in einer Machbarkeitsstudie für die Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) GmbH die Entwicklung und Umsetzung einer auf Gleichstrom basierten Smart-Grid-Wohnsiedlung, die weitestgehend durch erneuerbare Energien (EE) gedeckt werden soll, untersucht. Ein entscheidender Vorteil der Gleichstromtechnik ist die effiziente Energieversorgung von Haushalten, da Umwandlungsschritte von Wechselstrom (AC) zu Gleichstrom (DC) entfallen und somit Kosten gespart werden. Dieser Vorteil macht die Geschäftsmodellentwicklung vor allem für potentielle Stakeholder wie Hausbesitzer (Eigenversorger), Dienstleister von EE-Anlagen, Siedlungsentwickler und Gemeinden sowie Netzbetreiber interessant.
Die Grundlage der Geschäftsmodellentwicklung bildet das "Full-Electric-Haus": Mittels integrierter Photovoltaik (PV)-Anlage und einem lokalen Batteriesystem, die von einem hausinternen DC-Netz eingebunden werden, erfolgt neben der Stromversorgung auch die Warmwasseraufbereitung und Heizung rein elektrisch. Im Geschäftsmodell der DC-Siedlung werden zehn dieser Full-Electric-Häuser durch DC-Straßenbeleuchtung zusammengeschaltet. Weitere Ausführungen dieser DC-Siedlung werden beispielsweise durch eine DC-Mini-Windturbine, eine zentrale Batterie, eine zentrale E-Auto-Flotte sowie Wasserstofferzeugung als zusätzliche Versorgungs- bzw. Speicherungskomponenten ergänzt.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie hat der Forschungscampus FEN verschiedene Aspekte wie beispielsweise regulatorische Vorgaben (Einspeisung ins öffentliche Netz) sowie finanzielle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Anschaffungs-und Investitionskosten) betrachtet. Weiterhin werden das Geschäftsmodell der DC-Siedlung und seine unterschiedlichen Ausführungen anhand verschiedener Bewertungskriterien (u.a. Wirtschaftlichkeit, gesellschaftliche Akzeptanz und Förderungspotenzial) evaluiert. Dadurch können sowohl positive als auch negative Resonanzen, Potenziale und Optimierungsbedarf im Zuge weiterer Forschung und Entwicklung aufgezeigt werden.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Kontakt
IRR GmbH
Marie-Luise Schaller
Telefon: 02461 690-150
E-Mail: marie-luise.schaller@rheinisches-revier.de

 

Windpark Königshovener Höhe

 

Die Stadt Bedburg (49%) und innogy (51%) haben gemeinsam einen Windpark auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler errichtet – der Königshovener Höhe. In nur zwei Jahren sind hier in zwei Bauphasen seit 2014 21 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 67 Megawatt entstanden. Das Investitionsvolumen für das Gesamtprojekt liegt bei 110 Millionen Euro. Ein zusätzlicher Gewinn: Das Projekt kommt durch die Entlastung des Haushalts auch den einzelnen Bürgern zugute.


(Foto: innogy)


Frischer Wind im Rheinischen Revier

Der Windpark erzeugt jährlich bis zu 203.000 Megawattstunden grünen Strom. Dies reicht aus, um jedes Jahr über 58.000 Haushalte zu versorgen und umgerechnet rund 150.000 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Zum Vergleich: Die Stadt Bedburg hat rund 12.000 Haushalte.
Erneuerbare Energie und Braunkohle als Partner

Gleichzeitig steht der Windpark auf rekultivierter Fläche des Tagebaus Garzweiler und nutzt so dessen bestehenden Netzzugang. Um auf der rekultivierten Fläche einen optimalen Stand zu gewährleisten, wurde bei der Installation der Kranstellflächen und Fundamente eine innovative Technik angewendet: Hunderte Rüttelstopfsäulen wurden in den Boden getrieben, um diesen zu verdichten. Windenergie und Braunkohle ergänzen sich in diesem Projekt partnerschaftlich, die Braunkohle dient als Brücke zur regenerativen Stromerzeugung.
Sascha Solbach, Bürgermeister der Stadt Bedburg: "Der ehemalige Tagebau trägt jetzt unsere Windräder und ist inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt geworden. Für Bedburg ist der Windpark auf der Königshovener Höhe das sichtbare Zeichen für den Strukturwandel. Sich erneuerbare Energien zu erschließen und wertschätzend mit Ressourcen umzugehen, sind die besten Voraussetzungen für Bedburgs Zukunft in diesen Zeiten des Wandels. Im Haushaltsplan der Stadt Bedburg wird mit einem durchschnittlichen Nettogewinn von rund 1,4 Mio. Euro im Jahr durch den Windpark kalkuliert. Damit ist der Windpark eine wichtige Einnahmequelle für unsere Stadt."

Weitere Informationen sind bei der KlimaExpo.NRW abrufbar.

 

8. November

 

Regionaler Dialog Energiewende – Gemeinsam zur EnergieRegion Aachen 2030

 

Der Regionale Dialog Energiewende, kurz render, ist ein im Verbund durchgeführtes Projekt verschiedener Forschungs- und Praxispartner in der StädteRegion Aachen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Vorhaben begleitet die Region bei der Umsetzung der Energiewende, identifiziert potentielle Interessenskonflikte und Nutzungskonkurrenzen verschiedener Akteure und moderiert einen Dialog zur Lösung. Im "Regionalen Energieplan Aachen 2030" (kurz REPAC) werden am Ende der vierjährigen Projektlaufzeit verschiedene Strategien zur Umsetzung der Energiewende in der Projektregion dargelegt und Konsequenzen hinsichtlich der Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele aufgezeigt. Der REPAC soll 2018 an die Region übergeben werden und auch über die Projektlaufzeit hinaus als Informations-, Motivations- und Handlungsleitfaden angewandt werden.   
render konnte erstmals eine Energie- und Klimabilanz für die gesamte Städteregion Aachen erstellen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in der StädteRegion liegt 2017 zirka bei 15 Prozent. Für das Jahr 2030 hat die Städteregion Aachen sich das Ziel von 75 Prozent Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch gesetzt. Als Ergebnis des render enerGIS-Tools und der durchgeführten theoretischen Potentialberechnung sowie einem Trendszenario für den Strombedarf 2030 lässt sich festhalten, dass rein vom theoretischen Potential bis 2030 etwa 80 Prozent des Stromverbrauchs in der StädteRegion durch erneuerbare Energien aus der Region gedeckt werden könnten. Die Frage, wieviel man von diesem theoretischen Potential auch wirklich in der Region heben kann, war Inhalt eines Meinungsbildworkshops in der Region und einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Sommer 2017. Die Ergebnisse werden in den REPAC einfließen und der Region mögliche Ausbauoptionen aufzeigen.

(Foto: FIW)

Während des Projekts wurden im Zuge der Wertschöpfungsstudie ökonomische Effekte einer Energiewende in der Region untersucht. So könnte beispielweise eine exemplarische Photovoltaikanlage durch Installation und Anlagenbetrieb eine Wertschöpfung von 36.000 Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren erreichen. Die Verstandortung dieser potentiellen Photovoltaikanlagen kann mittels des entwickelten "enerGIS-Tools" spielerisch durchgeführt werden. Das Analyse- und Simulationstool dient zur Szenarienanalyse bei dem fiktiven Bau von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien. Somit können fundierte Handlungsempfehlungen aus den Analysen abgeleitet werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Kontakt
Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V.
Jens Schneider M.A.
Telefon: 0241 8026622
Telefax: 0241 8022825
E-Mail: schneider@fiw.rwth-aachen.de
Internet: www.fiw.rwth-aachen.de

FORSCHEN:GESELLSCHAFT:ZUKUNFT - Regionaler Dialogprozess zur Energiewende


Der Zukunftscampus der Fachhochschule Jülich, die Energieagentur.NRW, der Zweckverband Region Aachen und die JARA – Jülich Aachen Research Alliance haben zur Energiewende einen Dialogprozess initiiert. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft in der Region ist ein breit angelegter und in der Themenauswahl vielfältiger Dialog zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Region vor dem Hintergrund der Energiewende angestoßen worden.
Am 22. Juni 2017 fand im Forschungszentrum Jülich als Auftakt dieser Dialogreihe die Veranstaltung „Energieversorgung defossil – Wunsch oder Wirklichkeit in unserer Region“ statt. Exemplarisch wurden zum Themenbereich Energie vorrangige Aspekte des anstehenden Wandels dargestellt und diskutiert.
Weitere Informationen erhalten Sie in dieser Broschüre.

Kontakt

Forschungszentrum Jülich GmbH
Dr. Peter Burauel
Leiter Stabbstelle Zukunftscampus
Telefon: 02461 61-6613
E-Mail: p.burauel@fz-juelich.de

 

7. November

 

"sun dorado" – Solarpark Gohr

 

Der Solarpark Gohr ist der erste in Dormagen und erster im Regierungsbezirk Düsseldorf, der auf einer ehemaligen Deponie erbaut wurde und so keine nutzbare Fläche verbraucht. Die Leistung von 2,8 Megawatt reicht aus, um rund 800 Haushalte mit Strom zu versorgen. 2.000 Tonnen CO2 werden pro Jahr eingespart. Mit dem Bau des Solarparks wurde die dezentrale Erzeugung von Sonnenstrom in Dormagen auf einen Schlag um rund 28 Prozent gesteigert. Herausforderungen ergaben sich bedingt durch die Standortwahl durch deponietechnische aber auch zeitliche Rahmenbedingungen. So konnte die EEG-Inbetriebnahme nach nur sechs Wochen Gesamtbauzeit erfolgen. Höhepunkt des Projektes war der Besuch der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks bei der offiziellen Eröffnung des Solarparks am 11. Mai 2017 in Dormagen. Projektträger ist die evd energieversorgung dormagen gmbh.

Kontakt
Stadt Dormagen
Dennis Fels
Klimaschutzmanager
Telefon: 02133 257696
E-Mail: dennis.fels@stadt-dormagen.de

Synlight - Die größte künstliche Sonne der Welt

 

Das DLR-Institut für Solarforschung startete am 23. März 2017 den Betrieb des Hochleistungsstrahlers Synlight, eine bisher in der Welt einmalige Anlage. Jeder einzelne der 149 Strahler hat die Lichtleistung eines Großkino-Projektors. Gemeinsam erzeugen sie eine Lichtintensität, die mindestens dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche entspricht. Zum Vergleich: in einem großen Kinosaal wird die Leinwand durch eine einzelne Xenon-Kurzbogenlampe bestrahlt. Die Wissenschaftler können die Strahler auf eine Fläche von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren.

(Foto: DLR)

Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000-fache Intensität der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius. Diese Temperaturen nutzen die Forscher um Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff herzustellen. Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft denn er verbrennt ohne dabei Kohlendioxid abzugeben. Die Herstellung von Wasserstoff durch Aufspalten des weltweit verfügbaren Rohstoffs Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff bedarf einer großen Menge Energie. Diese kann von der Sonne bereitgestellt werden. "Erneuerbare Energien bilden zukünftig das Rückgrat für die weltweite Energieversorgung", betont DLR-Vorstand Lemmer die Relevanz intensiver Forschungen zur alternativen Energiegewinnung. "Solar erzeugte Kraft-, Treib- und Brennstoffe bieten große Potentiale für die Langzeitspeicherung, die Erzeugung chemischer Grundstoffe und die Reduzierung von CO2-Emissionen. Synlight gibt unseren Forschungen auf diesem Gebiet Rückenwind."

Weitere Informationen: http://www.dlr.de/sf/desktopdefault.aspx/tabid-10958/19330_read-44887/
Kontakt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Solarforschung, Großanlagen und Solare Materialien
Dr.-Ing. Kai Wieghardt
Jülich
Telefon: 02203 601-4171

 

6. November

 

Niederzier: Solarautobahn geht ans Netz


Die Gemeinde Niederzier, innogy und RWE haben am 20. Juli 2017 die Solarautobahn auf der A4 in Betrieb genommen. Statt Autos wird auf einem 620 Meter langen Teilstück der alten A 4 im Abraumgebiet des Braunkohlentagebaus Hambach mit Sonne Energie produziert. Die 749 kW-Anlage mit 2820 Modulen, die jährlich rund 70 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, versorgt 210 Haushalte. Dort, wo noch vor wenigen Jahren täglich rund 63 000 Fahrzeuge vorbeirauschten, fließt in den kommenden zwei Jahrzehnten nur noch eines: umweltfreundlicher Strom – wenige hundert Meter entfernt vom Kohlebunker des Tagebaus. "Besser kann man das Miteinander von konventionellen und erneuerbaren Energien nicht vor Augen haben", betonte RWE-Power-Vorstand Erwin Winkel.

(Foto: innogy/RWE)

Auch Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) unterstrich das notwendige Miteinander von Braunkohlestrom einerseits und der regenerativen Stromerzeugung andererseits, um die Energieversorgung sicherstellen zu können. Die Gemeinde hat mit der RWE-Tochter Innogy für das Projekt eine Gesellschaft gegründet und die Investitionskosten von 710 000 Euro als Darlehen zur Verfügung gestellt. Die Partner erwarten aus der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und einer Prämie aus der Direktvermarktung eine jährliche Rendite von drei Prozent.

Kontakt
IRR GmbH
Marie-Luise Schaller
Telefon: 02461 690-150
E-Mail: marie-luise.schaller@rheinisches-revier.de

Faktor X: Ressourceneffizientes Bauen in der Umsetzung


Mit dem Seeviertel in Inden und den "Neuen Höfen Dürwiß" im Stadtgebiet von Eschweiler und dem Faktor-4-Musterhaus entstehen im Indeland im Rheinischen Revier derzeit gleich mehrere Vorreiterprojekte für ressourceneffizientes Bauen. Der Spatenstich für die Erschließung des Faktor X-Baugebietes "Neue Höfe Dürwiß" im Eschweiler Stadtteil Dürwiß erfolgte bereits im letzten Jahr und war der Startschuss für die Umsetzung der ambitionierten Ziele der Stadt Eschweiler, ein Baugebiet um den "Faktor X" ressourceneffizienter und damit klimaschonender zu gestalten als konventionelle Gebiete. Gemeinsam mit den Partnern RWE Power, Faktor X Agentur, indeland Entwicklungsgesellschaft und IRR wurde das Konzept erarbeitet.

(Foto: Stadt Eschweiler)
Im Eschweiler Stadtteil Dürwiß sind 54 Grundstücke für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser vergeben. Rund die Hälfte der Grundstücke ist bereits bebaut. Auch wenn man es den meisten Häusern nicht auf den ersten Blick ansieht, sind sie doch ressourcenschonender gebaut als konventionelle Häuser. Über die geltenden Umweltstandards hinaus, wenig oder nahezu keine Heizenergie mehr zu verbrauchen (Passivhäuser, Plus-Energie-Häuser, usw.), ist ein Faktor X–Haus nicht auf äußerste Energieeffizienz durch aufwändige Dämmung oder Technik getrimmt, sondern aus Baustoffen gebaut, die in ihrer Herstellung möglichst wenige Ressourcen und Energie verbraucht haben. Ein Faktor X–Haus hat somit das Potential, über den gesamten Lebenszyklus, von der Herstellung bis zum Abriss, deutlich klimaschonender zu sein als hochgedämmte und volltechnisierte Gebäude. Und zudem schont ein Faktor X–Haus die Rohstoffreserven (Ressourcen).
Weitere Informationen: www.neue-hoefe-duerwiss.de und www.inden-seeviertel.de.

Kontakt

Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH
Klaus Dosch
Leitung Faktor X Agentur
Telefon: 02421 22-1507
E-Mail: k.dosch@kreis-dueren.de

Grünes Licht für "GrEEN": Wärme aus Grubenwasser


Die ENERGETICON gGmbH beabsichtigt die Nutzung von Erdwärme aus dem rd. 890 m tiefen Eduard-Schacht der ehemaligen Steinkohlengrube Anna in Alsdorf mittels einer Erdwärmesonde. Mit der Erdwärme sollen die historischen Gebäude des auf dem ehemaligen Betriebsgelände angelegten Energiemuseums ENERGETICON beheizt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Vorhaben im Rahmen des Programmes "progres.nrw" und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - Ziel 2 -Programm. Weitere Fördermittel werden durch die innogy SE bereitgestellt.

Der ehemals für Material- und Seilfahrten genutzte Eduard-Schacht wurde 1994 im Rahmen der Stilllegung des Bergwerks durch eine kohäsive Teilfüllsäule bis in das Niveau der obersten 153 m-Sohle verfüllt. Unterhalb steht der Schacht offen und ist heute bis etwa 20 m unterhalb der Füllsäule mit Grubenwasser erfüllt (Wassertemperatur 20 bis 24 °C).

Situation Eduard-Schacht mit Protego-Haube über Entgasungsleitung, Pegelleitung und Umzäunung der Ausgasungsschutzzone, im Hintergrund ENERGETICON Gebäude (ehemalige Kaue) (Foto: ENERGETICON gGmbH)

Im Rahmen des Projektes "GrEEN" soll nunmehr eine Doppel-U-Sonde (PE 100-RC) mit einem Rohrdurchmesser von 75 mm über die gesamte Länge des Schachtes eingebaut werden. Zur messtechnischen Erfassung der Temperaturentwicklung wird zusätzlich ein Glasfaserkabel mit eingebaut. Die angeschlossene Wärmepumpe soll die Grundlast der Heizung des ENEREGTICONs abdecken und wird daher auf eine Wärmeleistung von 110 kW ausgelegt. Es wird erwartet, dass die Leistungsfähigkeit der Erdwärmesonde deutlich höher sein wird; dies soll anhand eines Thermal Response Testes ermittelt werden. Gegebenenfalls lassen sich zukünftig weitere Nutzer anschließen.

Die planerischen Vorarbeiten für die Realisierung des Projektes "GrEEN" sowie erste Aufwältigungsarbeiten am Schacht wurden in 2016 durchgeführt. Alle Arbeiten am Schacht sind aufgrund der noch vorhandenen Grubengasführung unter hohem Sicherheitsaufwand durchzuführen. Zunächst war der Einbau der Sonde über eine in der Füllsäule vorhandene Entgasungsleitung (DN 400) geplant. Aufgrund der im Schacht unterhalb der Füllsäule angetroffenen Verhältnisse musste die Konzeption für den Einbau der Sonde aber angepasst werden. Nunmehr erfolgt der Einbau der Sonde über eine neu abzuteufende Bohrung innerhalb der kohäsiven Füllsäule. Diese Arbeiten sollen im Dezember 2017 durchgeführt werden; anschließend sind erste Tests zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit der Sonde geplant. Bei planmäßigem Verlauf soll sich dann ab März 2018 ein mehrmonatiger Probebetrieb anschließen.

Das Projekt "GrEEN" wird aufgrund seines Pilotcharakters wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige geothermische von Grubenwasser liefern.

Weitere Informationen hält die Seite des ENERGETICONS bereit.
Kontakt
ENERGETICON gGmbH
Dipl.-Ing. Harald Richter
Telefon: 02404 59911-11
E-Mail: harald.richter@energeticon.de

 

(Hinweis: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

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In Jülich betreibt das DLR das Solarthermische Versuchskraftwerk Solarturm Jülich. Es ist zugleich Vorbild und Versuchskraftwerk für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika. Diese spielen auch bei der DESERTEC Initiative eine tragende Rolle. Die in Jülich erprobte Technologie und die gewonnenen Erkenntnisse werden in den sonnenreichen Regionen der Erde zum Einsatz kommen. Denn dort haben die solarthermischen Kraftwerke ihr größtes Potenzial. Die Aluminium Norf GmbH wurde im April 1965 als gemeinschaftliches Unternehmen der ehemaligen Alcan, heute: Novelis, und der damaligen VAW, heute: Hydro Aluminium Rolled Products, gegründet. Dadurch entstand in Norf bei Neuss das damals größte Aluminiumwalz- und -Schmelzwerk Europas. Wissenschaftler des in Jülich beheimateten DLR Instituts für Solarforschung arbeiten im größten europäischen Testzentrum für konzentrierende Solartechnologie an der Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Solarthermische Kraftwerke. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte- und produkte, z. B. das Elektroauto 'StreetScooter', werden in der IRR entwickelt. Ein Solarturmkraftwerk mit einer weltweit einzigartigen Technologie ist in Jülich in Betrieb. 2.500 einzelne Spiegel lenken die Sonnenstrahlung auf die Spitze eines 50 Meter hohen Turms, wo die Sonnenenergie zur Stromproduktion genutzt wird. Der Indemann ist durch seine Größe und seinen Standort, hoch auf der Goltsteinkuppe, das weithin sichtbare Symbol für die Perspektiven, die das indeland seinen Bewohnern bietet. Seine moderne Architektur steht für die technische Zukunft der Region, sein sich ständig veränderndes Leuchten im Dunkeln für den Strukturwandel im Braunkohlerevier; seine Stabilität steht für die über 10.000 Jahre währende Geschichte des indelandes. IRR: Eine von Berg- und Tagebau geprägte Energie- und Industrieregion erfüllt eine entscheidende Funktion im rheinischen Wirtschaftsgefüge. Nirgendwo sonst wird in derart geballter Form Energie erzeugt und industriell auch wieder verbraucht. Schaufelradbagger sind Tagebaugeräte zum Abbau von Rohstoffen und für den Einsatz auf Großbaustellen. Besonders große Schaufelradbagger finden sich im Braunkohletagebau Hambach. Nördlich von Eschweiler bei Aachen befindet sich der künstlich angelegte Blausteinsee. Als Naherholungs- und Freizeitzentrum bietet der Blausteinsee vielseitige Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Skaten, Radfahren und vieles mehr. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - weltweit gehörte er 1978 zu den ersten Zwölf! Die Aussichtsplattform ist an der Südwestflanke des Haldenkopfes im Carl-Alexander-Park in Baesweiler angelegt. Gestaltet wurde dieser Aussichtspunkt als ruhiger Ort zum Verweilen, Ausruhen und Aussicht genießen mitten im Naturschutzgebiet.