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12.09.2017


Der genaue Standort des „Brainergy-Parks“ auf der Merscher Höhe ist noch nicht klar, wird aber nun im Rahmen des Masterplans identifiziert. Klar ist nur, dass die vorhandenen Erschließungsstraßen auf dem alten Sendergelände die Standortsuche beeinflussen. (AZ-Online, 08.08.17, Foto: Jansen)

"Brainergy-Park" Jülich: Jetzt kommt Geld für den Masterplan

Die Aachener Zeitung berichtete am 8. August 2017 das Vorhaben, das im Rahmen des IRR-Ideenwettbewerbs als Modellprojekt ausgewählt wurde: "Jülich. Um in diesem Land ein Gewerbegebiet zu errichten, reichen der Kauf von ein paar Grundstücken und ein Ratsbeschluss nicht aus. Das ist ein juristischer Akt mit vielen Fallstricken, der dauern kann. Es wird noch komplizierter, wenn mehrere Partner im Boot sitzen und zudem Zuschüsse der öffentlichen Hand beantragt werden. All das ist beim interkommunalen Gewerbegebiet Merscher Höhe mit einem Spezialteil namens "Brainergy-Park" der Fall.

Aber jetzt ist klar: Die Förderung des Landes kommt. Bei der Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe (CMH) ist am Montag das entscheidende Signal eingegangen: Die Erstellung eines Masterplans wird bezuschusst.

In der Juristensprache wurde der Gesellschaft der "Vorzeitige Maßnahmenbeginn" gestattet. CMH-Geschäftsführer Frank Drewes war hocherfreut und unterbrach ob der guten Nachricht kurz seinen Urlaub, um zum Firmensitz im Neuen Rathaus zurückzukehren. Denn der Zeitplan ist eng, schon gestern wurde die Ausschreibung des Masterplans auf den Weg gebracht.

Die Fachbüros haben nun bis Anfang September Zeit, um eine Masterplanung für eine rund neun Hektar große Sonderfläche auf der Merscher Höhe anzubieten. Wer den Zuschlag erhält, muss dann bis zum Jahresende liefern.

Die Besonderheit: Auf diesem Areal sollen Unternehmen Gebäude und Flächen finden, die "intelligente Neuentwicklungen" auf dem Energiesektor zu bieten haben. Das wäre der Begriffsteil "energy"; "brain" ist noch Zukunftsmusik, soll aber Möglichkeiten zum Beispiel für Ausgründungen aus dem Forschungszentrum bieten, die im Bereich künstlicher Intelligenz geforscht haben.

Grundlegend bei der Planung ist die Suche nach dem bestmöglichen Standort auf dem großen Gelände, denn der ist noch nicht klar. Frank Drewes: "Es gibt nach unseren Voruntersuchungen eine Fläche, die wir für sinnvoll halten, aber das ist noch offen. Fix ist nur, dass sich die Flächenplanung an der Haupterschließungsstraße orientiert, wo ja der neue Kanal liegt." Bekanntlich wurde zur Erschließung der Flüchtlingsunterkunft von der Bezirksregierung die Abwasserinfrastruktur so erneuert, dass sie die Kapazitäten für das künftige Gewerbegebiet besitzt.

Der Plan soll dann eine fortschrittliche Gebäudesituation vorschlagen, die in zwei Bauabschnitten realisiert und bei Bedarf erweitert werden kann. Der Komplex soll nach den neuesten Standards der Energieversorgung, möglichst autark, mit modernster Wassernutzung und nachhaltigem Abfallmanagement entwickelt werden – und auch optisch seine Modernität zeigen. Wesentliche weitere Aufgabe ist darüber hinaus eine "belastbare Kostenschätzung", wie Frank Drewes erläuterte. Der Spezialbereich "Brainergy" auf der Merscher Höhe wird sicher Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen, die nur durch massive öffentliche Förderung für die drei beteiligten Kommunen Jülich, Titz und Niederzier zu stemmen wären. Ein "normales" Gewerbegebiet ist nicht zuschussfähig. Die Besonderheit auf der Merscher Höhe wäre neben dem Beitrag zur Energiewende, dass "Brainergy" auch einen Teil des Strukturwandels im Braunkohlenrevier darstellt.

Der Masterplan, der mit 90 Prozent der sechsstelligen Kosten gefördert wird, muss auch eine Lösung bieten, die beiden Flächen zu verbinden. Frank Drewes: "Von der Spezialfläche muss es einen Brückenschlag ins normale Gewerbegebiet geben. Den Übergang müssen wir hinkriegen." (Aachener-Zeitung.de, 08.08.17, vpu)

Weitere Informationen können auf der Seite der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich mbH & Co. KG abgerufen werden.

Ansprechpartner

Boris Linden

Forschungszentrum Jülich lädt zum Kolloquium "Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung" ein

Die Veranstaltung findet am 4. Dezember, ab 14:00 Uhr, im Hörsaal, Gebäude 04.7, des Forschungszentrums Jülich statt. Mehr Informationen »

Zweite Perspektivwerkstatt zum Industriedrehkreuz Weisweiler-Inden-Stolberg

Voraussichtlich 2030 wird der Braunkohletagebau Inden "ausgekohlt" sein. Damit endet auch die Braunkohlenverstromung im Kraftwerk Weisweiler. Um den drohenden Verlust der damit verbundenen Industriearbeitsplätze frühzeitig aufzufangen, entwickeln die Kommunen und die regionale Wirtschaft im Rahmen der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) Konzepte für die künftige Flächennutzung. In diesem Sinne wurde die landeseigene Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN mit der Durchführung von Perspektivwerkstätten und der anschlie-ßenden Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Mehr Informationen »
 
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In Jülich betreibt das DLR das Solarthermische Versuchskraftwerk Solarturm Jülich. Es ist zugleich Vorbild und Versuchskraftwerk für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika. Diese spielen auch bei der DESERTEC Initiative eine tragende Rolle. Die in Jülich erprobte Technologie und die gewonnenen Erkenntnisse werden in den sonnenreichen Regionen der Erde zum Einsatz kommen. Denn dort haben die solarthermischen Kraftwerke ihr größtes Potenzial. Die Aluminium Norf GmbH wurde im April 1965 als gemeinschaftliches Unternehmen der ehemaligen Alcan, heute: Novelis, und der damaligen VAW, heute: Hydro Aluminium Rolled Products, gegründet. Dadurch entstand in Norf bei Neuss das damals größte Aluminiumwalz- und -Schmelzwerk Europas. Wissenschaftler des in Jülich beheimateten DLR Instituts für Solarforschung arbeiten im größten europäischen Testzentrum für konzentrierende Solartechnologie an der Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Solarthermische Kraftwerke. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte- und produkte, z. B. das Elektroauto 'StreetScooter', werden in der IRR entwickelt. Ein Solarturmkraftwerk mit einer weltweit einzigartigen Technologie ist in Jülich in Betrieb. 2.500 einzelne Spiegel lenken die Sonnenstrahlung auf die Spitze eines 50 Meter hohen Turms, wo die Sonnenenergie zur Stromproduktion genutzt wird. Der Indemann ist durch seine Größe und seinen Standort, hoch auf der Goltsteinkuppe, das weithin sichtbare Symbol für die Perspektiven, die das indeland seinen Bewohnern bietet. Seine moderne Architektur steht für die technische Zukunft der Region, sein sich ständig veränderndes Leuchten im Dunkeln für den Strukturwandel im Braunkohlerevier; seine Stabilität steht für die über 10.000 Jahre währende Geschichte des indelandes. IRR: Eine von Berg- und Tagebau geprägte Energie- und Industrieregion erfüllt eine entscheidende Funktion im rheinischen Wirtschaftsgefüge. Nirgendwo sonst wird in derart geballter Form Energie erzeugt und industriell auch wieder verbraucht. Schaufelradbagger sind Tagebaugeräte zum Abbau von Rohstoffen und für den Einsatz auf Großbaustellen. Besonders große Schaufelradbagger finden sich im Braunkohletagebau Hambach. Nördlich von Eschweiler bei Aachen befindet sich der künstlich angelegte Blausteinsee. Als Naherholungs- und Freizeitzentrum bietet der Blausteinsee vielseitige Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Skaten, Radfahren und vieles mehr. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - weltweit gehörte er 1978 zu den ersten Zwölf! Die Aussichtsplattform ist an der Südwestflanke des Haldenkopfes im Carl-Alexander-Park in Baesweiler angelegt. Gestaltet wurde dieser Aussichtspunkt als ruhiger Ort zum Verweilen, Ausruhen und Aussicht genießen mitten im Naturschutzgebiet.