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13.07.2017


Aktuelle Möglichkeiten beim kreislaufgerechten Bauen im Rheinischen Revier: (v. l.) Juniorprofessorin Dr. Linda Hildebrand (Rezyklieregrechtes Bauen, RWTH Aachen), Dr. Anna Braune (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.), Joost Hartwih (ina Planungsgesellschaft mbH), Michael Ritthoff (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH) und Klaus Dosch (Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft der Indeland GmbH) diskutieren.

Bauen nach dem Kreislaufprinzip: Aachener Tagung zeigt Potentiale

Etwa 130 Fachleute und Bürger diskutierten am 7. Juli in Aachen über Möglichkeiten und Anwendungsgebiete für das zukünftige Bauen im Kreislauf. Die Veranstaltung „Kreislaufgerechtes Bauen: Methoden, Projekte, Ausblicke“ hat die IRR – Innovationsregion Rheinisches Revier GmbH in Kooperation mit der RWTH Aachen, Juniorprofessur für Rezykliergerechtes Bauen und der Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft Indeland GmbH ausgerichtet.

Neun Referentinnen und Referenten aus Forschung und Wirtschaft aus Deutschland und Österreich berichteten zum neuesten Stand. Zahlreiche Bauten, Produkte und Zukunftsvisionen sind bereits entstanden. Die Frage, wie man den Aspekt "kreislaufgerecht" bei Gebäuden praxisfreundlich bewerten kann, wird in Fachkreisen intensiv diskutiert. Matti Wirth, Projektleiter bei der IRR GmbH, erläuterte: "Das zukünftige Bauen funktioniert nach dem Kreislaufprinzip. Deshalb bringen wir schon heute Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Rückbau, Recycling, Baustoffproduktion bis hin zum Planen und Bauen zusammen."

Potentiale für das Rheinische Revier

Seit 2016 werden im Rahmen eines IRR-Projektes Entwicklungsmöglichkeiten im Rheinischen Revier erweitert. Professorin Annette Müller von der Bauhausuniversität Weimar erarbeitet zusammen mit der Ingenieurberatung Bimolab gGmbH und in enger Abstimmung mit der IRR eine Potenzialstudie für das Projekt: "Das Recycling von mineralischen Baustoffen bietet ein hohes Einsparpotenzial von natürlichen Ressourcen. Im Rheinischen Revier entstehen hierzu besondere Chancen. Zukünftig soll hier ein Modellstandort für hochwertiges Recycling betrieben, neue Produkte an den Hochbau vermarktet und somit vorhandene Marktlücken geschlossen werden." Felix Heisel vom Fachgebiet Nachhaltiges Bauen des Karlsruher Institut für Technologie forderte Architekten zum Umdenken in der Planung auf. Ein mit dem Architekturbüro Werner Sobek in der Schweiz geplantes Gebäude sei im Bau und zeige neue Möglichkeiten: "Alle Bauteile sind hier dekonstruierbar und sortenrein trennbar, um eine Wiederverwendung von Materialien sicher zu stellen. Nur so können Gebäude in der Zukunft als Materiallager dienen."

Konkrete Lösungen in der Begleitausstellung

In der begleitenden Ausstellung stellten Unternehmen und Forschungsverbünde kreislaufgerechte und somit ressourcenschonende Bauprodukte vor, die bereits auf dem Markt sind oder noch entwickelt werden. Das Spektrum war vielseitig und reichte von rezyklierten Gesteinskörnungen, also Rohstoffen aus abgebrochenem Beton und Mauerwerk, über Recyclingbeton, Produkte aus Feinfraktionen, demontierbare Wärmedämmverbundsysteme bis hin zum Teppich aus Materialmengen, die ansonsten hätten auf der Deponie eingelagert werden müssen. Die ausgestellten Produkte deckten das Spektrum für ein kreislaufgerechtes Haus, vom Rohbau bis zum Innenausbau, ab.

Präsentationen

Weitere Informationen zum Projekt Kreislaufwirtschaft Bauen erhalten Sie hier.

Ansprechpartner

       und

(Bilder: IRR GmbH)

Forschungszentrum Jülich lädt zum Kolloquium "Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung" ein

Die Veranstaltung findet am 4. Dezember, ab 14:00 Uhr, im Hörsaal, Gebäude 04.7, des Forschungszentrums Jülich statt. Mehr Informationen »

Zweite Perspektivwerkstatt zum Industriedrehkreuz Weisweiler-Inden-Stolberg

Voraussichtlich 2030 wird der Braunkohletagebau Inden "ausgekohlt" sein. Damit endet auch die Braunkohlenverstromung im Kraftwerk Weisweiler. Um den drohenden Verlust der damit verbundenen Industriearbeitsplätze frühzeitig aufzufangen, entwickeln die Kommunen und die regionale Wirtschaft im Rahmen der Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) Konzepte für die künftige Flächennutzung. In diesem Sinne wurde die landeseigene Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN mit der Durchführung von Perspektivwerkstätten und der anschlie-ßenden Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Mehr Informationen »
 
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In Jülich betreibt das DLR das Solarthermische Versuchskraftwerk Solarturm Jülich. Es ist zugleich Vorbild und Versuchskraftwerk für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika. Diese spielen auch bei der DESERTEC Initiative eine tragende Rolle. Die in Jülich erprobte Technologie und die gewonnenen Erkenntnisse werden in den sonnenreichen Regionen der Erde zum Einsatz kommen. Denn dort haben die solarthermischen Kraftwerke ihr größtes Potenzial. Die Aluminium Norf GmbH wurde im April 1965 als gemeinschaftliches Unternehmen der ehemaligen Alcan, heute: Novelis, und der damaligen VAW, heute: Hydro Aluminium Rolled Products, gegründet. Dadurch entstand in Norf bei Neuss das damals größte Aluminiumwalz- und -Schmelzwerk Europas. Wissenschaftler des in Jülich beheimateten DLR Instituts für Solarforschung arbeiten im größten europäischen Testzentrum für konzentrierende Solartechnologie an der Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Solarthermische Kraftwerke. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte- und produkte, z. B. das Elektroauto 'StreetScooter', werden in der IRR entwickelt. Ein Solarturmkraftwerk mit einer weltweit einzigartigen Technologie ist in Jülich in Betrieb. 2.500 einzelne Spiegel lenken die Sonnenstrahlung auf die Spitze eines 50 Meter hohen Turms, wo die Sonnenenergie zur Stromproduktion genutzt wird. Der Indemann ist durch seine Größe und seinen Standort, hoch auf der Goltsteinkuppe, das weithin sichtbare Symbol für die Perspektiven, die das indeland seinen Bewohnern bietet. Seine moderne Architektur steht für die technische Zukunft der Region, sein sich ständig veränderndes Leuchten im Dunkeln für den Strukturwandel im Braunkohlerevier; seine Stabilität steht für die über 10.000 Jahre währende Geschichte des indelandes. IRR: Eine von Berg- und Tagebau geprägte Energie- und Industrieregion erfüllt eine entscheidende Funktion im rheinischen Wirtschaftsgefüge. Nirgendwo sonst wird in derart geballter Form Energie erzeugt und industriell auch wieder verbraucht. Schaufelradbagger sind Tagebaugeräte zum Abbau von Rohstoffen und für den Einsatz auf Großbaustellen. Besonders große Schaufelradbagger finden sich im Braunkohletagebau Hambach. Nördlich von Eschweiler bei Aachen befindet sich der künstlich angelegte Blausteinsee. Als Naherholungs- und Freizeitzentrum bietet der Blausteinsee vielseitige Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Skaten, Radfahren und vieles mehr. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - weltweit gehörte er 1978 zu den ersten Zwölf! Die Aussichtsplattform ist an der Südwestflanke des Haldenkopfes im Carl-Alexander-Park in Baesweiler angelegt. Gestaltet wurde dieser Aussichtspunkt als ruhiger Ort zum Verweilen, Ausruhen und Aussicht genießen mitten im Naturschutzgebiet.