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14.03.2018


Innovative Baustoffe mit Recyclinganteilen könnten im Städteviereck Aachen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Köln produziert werden.

Aus Bauabfällen der Region wieder hochwertige Produkte machen: IRR GmbH veröffentlicht Potenzialstudie

Im Einzugsgebiet der Städte Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach liegen besonders günstige Voraussetzungen für einen Modellstandort vor, an dem Bauschutt wieder hochwertig zu neuen Produkten aufbereitet werden kann. Dadurch können zum Beispiel Recyclingbeton, spezielle Mauersteine oder auch Vegetationssubstrate neu an den Markt in Nordrhein-Westfalen gebracht werden. Selbst aus übrigbleibenden Feinpartikeln könnte man wieder Bauprodukte herstellen. Zu diesen Ergebnissen kam das Gutachten der IRR GmbH, die sich innovativen Entwicklungsmöglichkeiten im Rheinischen Revier widmet. Die Konzeptionen sollen nun schrittweise umgesetzt werden.

Ausgangslage

In den kommenden Jahrzehnten wird sich das Rheinische Braunkohlenrevier grundlegend verändern. In einem langfristigen Prozess bewegt sich die Region weg von der Verbrennung und Verstromung der Braunkohle hin zu einer neuen wirtschaftlichen Struktur. Um eine solche Entwicklung speziell im Bausektor zu unterstützen und gleichzeitig heimische Ressourcen in Kreisläufen zu nutzen, wurde im Rahmen eines Projekts der IRR GmbH diese Potenzialstudie erarbeitet.

Wirtschaftliche und natürliche Rahmenbedingungen im Blick

Praxisnah bearbeitete das Gutachterteam zahlreiche Aspekte wie Mengenverfügbarkeiten, Aufbereitungstechnik, Logistik und verschiedene Fragen zur Qualität vom Bauschutt und den rezyklierten, also den wieder in den Baustoffkreislauf eingebrachten Endprodukten. Mit Professorin Anette Müller vom "IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar" und Harald Kurkowski vom Beratungsunternehmen "Bimolab gGmbH" aus Soest haben bundesweit anerkannte Experten die Studie erstellt.

Bauschutt kann als Grundlage für neue Bauten genutzt werden.

Einen besonderen Fokus legte das Gutachten auf den Ressourcen- und Klimaschutz sowie Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit. Die Betrachtungen endeten in einer Gesamtkonzeption, inklusive ersten Entwürfen für eine neuartige Anlage. Produziert werden sollen beispielsweise Beton mit Recycling-Zuschlägen, Mauersteine aus Sekundärrohstoffen oder auch Vegetationssubstrate aus ehemaligen Ziegeln. Oft bleiben beim Recycling "Feinfraktionen" übrig, also Körnungen unter zwei Millimetern. Selbst hieraus könne man laut der Untersuchungsergebnisse über ein neuartiges Verfahren wieder Bauprodukte herstellen, die auch recht gute Dämmeigenschaften hätten. Die Studie empfiehlt abschließend, nach einer Fläche für einen entsprechenden Modellstandort im Städtedreieck Köln-Düsseldorf-Mönchengladbach zu suchen. In diesem Gebiet könne man flexibel die Nähe zu drei Großstädten nutzen.

Verschiedene Körnungen, die man aus Bauschutt mit technischen Verfahren herstellen kann.

Ausblicke auf eine Umsetzung

Die Studie hat neben der Wissenschaft und Behörden auch Unternehmen der Region und Wirtschaftsverbände einbezogen. Hier war die gesamte Wertschöpfungskette beim Bauen im Blick: Recycling, Rückbau, Baustoffproduktion, Beschaffung und Planung. Die Umsetzung des Modellstandortes könnte nun mit regionalen Partnern erfolgen, wäre aber auf eine weitere Unterstützung durch Politik, Wissenschaft und Fördergeber angewiesen.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Kontakt

IRR GmbH
Matti Wirth
Telefon: 02461 690-155
E-Mail: matti.wirth@rheinisches-revier.de

(Bilder: IRR GmbH/Müller/Kurkowski)

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In Jülich betreibt das DLR das Solarthermische Versuchskraftwerk Solarturm Jülich. Es ist zugleich Vorbild und Versuchskraftwerk für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika. Diese spielen auch bei der DESERTEC Initiative eine tragende Rolle. Die in Jülich erprobte Technologie und die gewonnenen Erkenntnisse werden in den sonnenreichen Regionen der Erde zum Einsatz kommen. Denn dort haben die solarthermischen Kraftwerke ihr größtes Potenzial. Die Aluminium Norf GmbH wurde im April 1965 als gemeinschaftliches Unternehmen der ehemaligen Alcan, heute: Novelis, und der damaligen VAW, heute: Hydro Aluminium Rolled Products, gegründet. Dadurch entstand in Norf bei Neuss das damals größte Aluminiumwalz- und -Schmelzwerk Europas. Wissenschaftler des in Jülich beheimateten DLR Instituts für Solarforschung arbeiten im größten europäischen Testzentrum für konzentrierende Solartechnologie an der Weiterentwicklung von Komponenten und Systemen für Solarthermische Kraftwerke. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte- und produkte, z. B. das Elektroauto 'StreetScooter', werden in der IRR entwickelt. Ein Solarturmkraftwerk mit einer weltweit einzigartigen Technologie ist in Jülich in Betrieb. 2.500 einzelne Spiegel lenken die Sonnenstrahlung auf die Spitze eines 50 Meter hohen Turms, wo die Sonnenenergie zur Stromproduktion genutzt wird. Der Indemann ist durch seine Größe und seinen Standort, hoch auf der Goltsteinkuppe, das weithin sichtbare Symbol für die Perspektiven, die das indeland seinen Bewohnern bietet. Seine moderne Architektur steht für die technische Zukunft der Region, sein sich ständig veränderndes Leuchten im Dunkeln für den Strukturwandel im Braunkohlerevier; seine Stabilität steht für die über 10.000 Jahre währende Geschichte des indelandes. IRR: Eine von Berg- und Tagebau geprägte Energie- und Industrieregion erfüllt eine entscheidende Funktion im rheinischen Wirtschaftsgefüge. Nirgendwo sonst wird in derart geballter Form Energie erzeugt und industriell auch wieder verbraucht. Schaufelradbagger sind Tagebaugeräte zum Abbau von Rohstoffen und für den Einsatz auf Großbaustellen. Besonders große Schaufelradbagger finden sich im Braunkohletagebau Hambach. Nördlich von Eschweiler bei Aachen befindet sich der künstlich angelegte Blausteinsee. Als Naherholungs- und Freizeitzentrum bietet der Blausteinsee vielseitige Möglichkeiten: Segeln, Surfen, Tauchen, Wandern, Skaten, Radfahren und vieles mehr. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - weltweit gehörte er 1978 zu den ersten Zwölf! Die Aussichtsplattform ist an der Südwestflanke des Haldenkopfes im Carl-Alexander-Park in Baesweiler angelegt. Gestaltet wurde dieser Aussichtspunkt als ruhiger Ort zum Verweilen, Ausruhen und Aussicht genießen mitten im Naturschutzgebiet.